Genauer hingeschaut
Muss mein Kind eine LRS-Diagnose haben, bevor es Hilfe bekommt?
Viele Eltern fragen sich genau das: „Braucht mein Kind erst eine offizielle Diagnose, bevor wir etwas tun können?“
Die kurze Antwort lautet: Nein.
Wenn ein Kind über längere Zeit deutlich größere Schwierigkeiten beim Lesen oder Schreiben hat als Gleichaltrige, ist Unterstützung sinnvoll – unabhängig davon, ob bereits eine Diagnose gestellt wurde.
Viele Kinder zeigen die gleichen typischen Anzeichen
Solche Schwierigkeiten sind bei einer Lese-Rechtschreib-Schwäche häufig und sollten gezielt gefördert werden.
Warum viele Kinder Lesen und Schreiben vermeiden
Kinder entwickeln sehr schnell Strategien, um schwierige Situationen zu umgehen.
Typische Vermeidungsstrategien sind zum Beispiel:
Das hat selten mit Faulheit zu tun.
Kinder vermeiden oft das, was ihnen besonders schwer fällt – weil sie Frustration, Scham oder negative Erfahrungen vermeiden möchten.
Eine Diagnose ist nicht immer der erste Schritt
Eine medizinische Diagnose kann sinnvoll sein, wenn es um schulische Maßnahmen oder rechtliche Regelungen geht.
Zum Beispiel beim sogenannten Nachteilsausgleich, der Schülern mit LRS in Prüfungen zusätzliche Unterstützung geben kann.
Für eine Förderung oder ein Training ist eine solche Diagnose jedoch nicht zwingend erforderlich.
Entscheidend ist vor allem:
Hat dein Kind deutlich größere Schwierigkeiten als andere Kinder im gleichen Alter?
Wenn ja, kann eine gezielte Förderung bereits sehr hilfreich sein und dem Kind eine Sonderbehandlung in der Schule ersparen.
Woran du erkennen kannst, dass dein Kind Unterstützung braucht
Es lohnt sich genauer hinzuschauen, wenn dein Kind:
Dann geht es nicht um mangelnde Intelligenz.
Oft fehlt einfach eine verständliche Struktur, wie Sprache funktioniert.
Unsicher, ob eine Diagnose nötig ist? → Mehr dazu hier.
Der wichtigste Schritt:
Verstehen statt kämpfen
Viele Kinder erleben zum ersten Mal Erleichterung, wenn sie merken:
„Ich kann das verstehen.“
Genau dort setzt ein strukturiertes Intensivtraining an.
Statt jahrelangem Üben ohne fühlbarem Fortschritt lernen Kinder eine klare Strategie, wie Lesen und Schreiben funktionieren.
Wenn du unsicher bist, ob ein Intensivtraining für dein Kind sinnvoll sein könnte, klären wir das gern in einem kurzen Gespräch.
Ich war es ganz einfach leid, ein weiteres Jahr einmal in der Woche zu 45 Minuten Nachhilfe zu gehen, zu der mein Sohn nicht gehen wollte, es uns den ganzen Tag blockiert hatte und ich bei Wind und Wetter im Auto gewartet habe.
Ich war es einfach leid.
Mutter eines 13-jährigen Sohnes